Die alte Holzkirche

Die alte Holzkirche

 

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Schon 1925 gab es erste Pläne zur Errichtung einer eigenen Kirche für das Gebiet am Schüttel, das als organisch getrennt von der zuständigen Pfarre St. Johann Nepomuk empfunden wurde. Der Religionsprofessor an der damaligen Realschule in der Josef-Gall-Gasse, Monsignore Dr. Hackenberg, konnte für die Gründung einer Sektion des Allgemeinen Wiener Kirchenbauvereines gewonnen werden und engagierte sich, auch mit seinem persönlichen Vermögen, für die Verwirklichung dieses Projektes.

Im 10. Wiener Gemeindebezirk, nahe der Spinnerin am Kreuz, diente in einem von ukrainischen Kriegsgefangenen gegen Ende des Ersten Weltkrieges errichteten Barackenlager eine kleine Holzkirche als Gottesdienststätte für die Kriegsverwundeten. Sie besaß damals einen kleinen seitlichen Turm, der von der Lagerfeuerwehr als Ausguck benutzt wurde. Diese Kirche wurde 1926 abgebaut und am Schüttel in veränderter Form an der Stelle des heutigen Pfarrgartens wieder aufgebaut. Sie wurde für 36 Jahre „heilige Wohnstätte Gottes auch in allerschwerster Zeit“.

Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg wurde an einen Neubau gedacht. Witterungseinflüsse, Holzwurm und nicht zuletzt Kriegsschäden hatten die Holzkirche arg in Mitleidenschaft gezogen. Doch vom erzbischöflichen Bauamt wurden immer nur die allernotwendigsten Reparaturen bewilligt. Schließlich überzeugte die ständig steigende Bewohnerzahl am Schüttel – 1961 wurden 6631 Katholiken gezählt – die Verantwortlichen von der Notwendigkeit eines Neubaus. Im Dezember 1962 wurde die heutige Pfarrkirche geweiht.

Die Idee eines zumindest teilweisen Wiederaufbaus der Holzkirche hat sich nicht realisieren lassen. Zu groß waren die Schäden, die sich in ihrem vollen Ausmaß erst beim Abbruch 1963 zeigten. Es heißt in der Pfarrchronik, dass aber wohl „das gesamte Inventar zur weiteren kirchlichen Verwendung übergeben werden“ konnte.
Das Altarbild „Christus salvator mundi“ fand sich auf dem Dachboden des Pfarrhauses wieder und wurde 2005 in einer eindrucksvollen Installation in den modernen Kirchenraum integriert.

Auch das Kruzifix, das außen über dem Eingangsbereich hing, existiert noch. Es befindet sich in der Kapelle des ehemaligen Priesterseminars in Sachsenbrunn bei Kirchberg/Wechsel.

 

 

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