Bild des Barmherzigen Jesus

Bild des Barmherzigen Jesus


Barmherziger JesusSeit Jänner 2016 hängt in der Seitenkapelle der Kirche über dem Tabernakel ein Bild, das Jesus als Barmherzigen Heiland zeigt. Die Darstellung basiert auf einer Vision der heiligen Maria Faustyna Kowalska.

An jedem 1. Freitag im Monat feiern wir eine "Zeit der Barmherzigkeit", beginnend um 15 Uhr mit der Aussetzung des Allerheiligsten, dann Rosenkranz, persönliches Gebet, meditative Texte, Stille, Aussprache- und Beichtmöglichkeit, zum Abschluss Eucharistiefeier.
Kommen auch Sie, und sei es auch nur für eine kurze Zeit!



Zur Erklärung des Bildes finden Sie im Pfarrblatt 2016_02.pdf folgenden Artikel:

Künderin der Barmherzigkeit Gottes

Im „Jahr der Barmherzigkeit“, das Papst Franziskus für 2016 ausgerufen hat, soll nach seinem Willen die Barmherzigkeit als zentraler Begriff des Christentums wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden. Eine, die das schon vor rund hundert Jahren getan hat, ist die polnische Ordensfrau Maria Faustyna Kowalska.

Helena Kowalska, so ihr bürgerlicher Name, kam 1905 in Głogowiec bei Łódź zur Welt. Bereits mit 18 Jahren wollte sie ins Kloster eintreten, erhielt dazu aber von ihren Eltern keine Erlaubnis. Im Jahr darauf ging sie nach einer Vision, die sie zum Ordenseintritt aufforderte, nach Warschau und trat hier in die „Kongregation der Schwestern der Muttergottes von der Barmherzigkeit“ ein. Sie bekam dabei den Ordensnamen Maria Faustyna.

Wiederholt erschienen ihr in Visionen Jesus, Maria, Engel und Heilige. In diesen Visionen erhielt sie von Jesus den Auftrag, Künderin der Barmherzigkeit Gottes zu sein und ein Bild Jesu malen zu lassen, von dessen Herzen zwei Strahlen ausgehen. Das daraufhin gemalte Jesusbild von der Göttlichen Barmherzigkeit trägt die Unterschrift: „Jesus, ich vertraue auf Dich.“ – eine Kopie davon hängt nun auch in unserer Kirche.

Jesus trug ihr auch auf, sich für die Einführung des „Sonntags der göttlichen Barmherzigkeit“ am Sonntag nach Ostern einzusetzen. Papst Johannes Paul II. nahm dieses Anliegen in seiner Enzyklika „Dives in misericordia“ 1980 auf. Am Tag ihrer Heiligsprechung im Jahr 2000 legte er dann fest, dass in der ganzen Kirche der Barmherzigkeitssonntag gefeiert werden solle.

Auf Faustynas Visionen basiert auch die Entstehung des Barmherzigkeits-Rosenkranzes. Ihren Visionen zufolge gab ihr Jesus außerdem die Weisung, seine Sterbestunde zu verehren und eine neue Kongregation zu gründen. Zu Lebzeiten legte sie zwar allgemeine Richtlinien für diese neue Gemeinschaft fest, doch erst nach ihrem Tod, im Jahr 1947, wurden die „Schwestern vom Barmherzigen Jesus“ gegründet.

Ihre Visionen hat sie auf Empfehlung ihres Beichtvaters und geistlichen Begleiters, des seligen Michał Sopoćko, in Tagebüchern festgehalten. Sie sind heute als Buch erhältlich.

Schon bald nach ihrem Ordenseintritt war Maria Faustyna an Tuberkulose erkrankt. Mehrere Spitalaufenthalte brachten ihr keine Heilung. Sie starb am 5. Oktober 1938 im Alter von nur 32 Jahren in Krakau. 1993 wurde sie von Johannes Paul II. selig- und 2000 heiliggesprochen. Ihr Gedenktag ist der 5. Oktober.

Papst Franziskus erinnerte in seiner Bulle „Misericordiae vultus“ vom 11. April 2015, mit der er das außerordentliche Jubiläum der Barmherzigkeit verkündete, „an die große Apostelin der Barmherzigkeit“, und rief sie als Fürsprecherin an, uns die Gnade zu erwirken, „stets in der Vergebung Gottes und in dem unverbrüchlichen Vertrauen auf seine Liebe zu leben und zu wandeln“.

Zum Rosenkranz der Barmherzigkeit hat Pfarrer Michael Ciurej folgende Erläuterung verfasst:

Die Barmherzigkeit Gottes hat einen Opfersinn, d.h. sie ist eng mit dem Opfer Jesu Christi am Kreuz verbunden. Jesus Christus ist für uns (mich, dich und für alle, für die ich bete) und für die ganze Welt gestorben.

Das Gebet: „Ewiger Vater, ich opfere Dir auf den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit Deines über alles geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, zur Sühne für unsere Sünden und für die Sünden der ganzen Welt“

Vorbeter (10x): Durch sein schmerzhaftes Leiden

Alle (10x): habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.

Dieses Gebet enthält einen reichen Inhalt. Es richtet sich an Gott, den ewigen Vater, in dem wir ihm seinen Sohn, die zweite Göttliche Person, für unsere Sünden und für die Sünden der ganzen Welt opfern, und wegen seiner Verdienste bitten wir um die Barmherzigkeit für uns und für die ganze Welt.

Das Wort „opfern“ ist hier kein theologischer Irrtum. Hier kommt unsere gemeinsame priesterliche Berufung, die wir in der Taufe bekommen haben, zur Sprache. Wir wurden dadurch in das Mysterium der Erlösung hineingenommen und dürfen uns mit dem Opfer Jesu identifizieren. Er ist der Hohe Priester und genau wie bei der Eucharistiefeier, die sein Opfer vergegenwärtigt, opfern wir ihn unter den Gaben von Brot und Wein. Wir dürfen deshalb ohne Übertreibung sagen: „Ich opfere Dir auf“.

Das Gebet richtet sich an Gott, den barmherzigen Vater, durch seinen Sohn, der der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen ist. Es gibt keinen anderen Weg zum Vater als durch den Sohn. Sein Kreuzesopfer zeigt zugleich, wie groß die Barmherzigkeit Gottes ist. Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern aus Liebe zu uns ihn hingegeben. Seine Hingabe ist zugleich die Sühne für die Sünden der ganzen Welt.

Die Formel: „Ich opfere Dir auf den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit Deines über alles geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus“ sollte man im Kontext der Eucharistie sehen und verstehen. Das Konzil von Trient hat genau auf diese Weise die Anwesenheit des Sohnes Gottes in der Eucharistie beschrieben. Die zweite Göttliche Person, die in Jesus Christus von Nazareth Mensch geworden ist, ist mit seinem Leib und Blut, mit seiner Seele und Gottheit vollkommen unter der eucharistischen Gestalt von Brot und Wein gegenwärtig.  Der Barmherzigkeitsrosenkranz steht also eng im Verbindung mit dem Eucharistischen Opfer und wurzelt dadurch ebenso in der ältesten Tradition der Kirche.

Durch das Sprechen dieses Gebetes verbindet sich der Betende mit dem Opfer Jesu Christi und erbittet Barmherzigkeit Gottes für sich und für die ganze Welt.

Der Ruf: „Durch sein schmerzhaftes Leiden“ ist zugleich Bitte um die Liebe Gottes.

Die Formel: „Für uns und für die ganze Welt“ ist ebenso bedeutend. Selbst wenn der Betende allein betet, sollte er nicht nur für sich, sondern für alle, die ihm anvertraut sind, sowie für die ganze Welt beten, denn sein persönliches Wohlergehen hängt vom Wohlergehen seiner Mitmenschen und sogar vom Wohlergehen der ganzen Welt ab. Wir befinden uns immer in einer Gemeinschaft, selbst wenn wir „alleine“ sind.