Altarbild "Christus am Kreuz"

Altarbild "Christus am Kreuz"


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Emaillearbeit von Gertrude Stöhr
Hintergrundmosaik von Hermann Bauch

 

 

Gertrude Stöhr (1915 - 1984)

Aus der Unternehmer- und Bierbrauerfamilie Forstinger im oberösterreichischen Vorchdorf stammend, überquerte Gertrude Stöhr die Grenzen ihres Heimatortes schon bald gedanklich wie auch geographisch. Linz und Prag waren Stätten ihrer künstlerischen Ausbildung, schließlich auch die Hochschule für angewandte Kunst in Wien, wo zu ihren Lehrern u.a. die Professoren Cizek und Gütersloh zählten. Studienreisen führten sie durch Europa, in den Nahen Osten und auch nach Amerika.

 

Die verschiedensten, oft sehr schwierigen Emailtechniken waren der Künstlerin vertraut, wie auch Treibarbeiten in Kupfer. Ihr Atelier in Wien befand sich im 3. Bezirk in der Weyrgasse 8. Die meist sakralen Werke finden sich nicht nur in der Umgebung ihrer Heimat (Eggenberg, Scharnstein, Linz, Kremsmünster, Admont, Würnitz), sondern auch in Wien und Vorarlberg, zum Großteil aber in den USA.

 

Ausdruck ihrer eigenwilligen Persönlichkeit ist wohl auch die Tatsache, dass sie von 1968 bis zu ihrem Tod 1984 als 6. Präsidentin der Vereinigung Bildender Künstlerinnen Österreichs vorstand. Diese VBKÖ, 1910 als Reaktion auf die geschlechtsspezifischen Diskriminierungen in der Kunstwelt gegründet, legte den Grundstein für eine organisierte Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Politik. Bis 1920 vom Kunststudium an der Akademie der bildenden Künste ausgeschlossen und erst nach 1945 von den großen Künstlervereinen als Mitglieder anerkannt, fehlten Künstlerinnen mit ihren Werken nicht nur bei großen Ausstellungen, sondern am Kunstmarkt insgesamt. Die VBKÖ organisierte Ausstellungen für junge wie bereits renommierte Künstlerinnen, darüber hinaus verfügte sie über internationale Kontakte, exponierte im Ausland und lud ausländische Künstlerinnen zu ihren Ausstellungen ein. In den Vereinsräumlichkeiten in der Wiener Maysedergasse bietet ein umfangreiches Archiv Überblick über fast ein Jahrhundert künstlerischer Frauenbewegung.

 

Im Fischerturm in Vorchdorf, einem ehemaligen Wehrturm der Schlossanlage, befindet sich das Emaillemuseum Gertrude Stöhr mit rund 200 Exponaten, noch von der Künstlerin selbst eingerichtet. Zu besichtigen ist es nach Vereinbarung.