|
Kontakt
Kindergarten
Gottesdienste
Liturgie und Verkündigung
Sakramente Gebetskreise Messintentionen Geistlicher Rundgang durch die Kirche Messe "Zum Himmel, himmelhoch"
Unsere Kirche
Projekt Renovierung Projekt Kinder- und
Jugendchor am Schüttel
PGR
Gruppen
Termine
Medien
Inhalt
Impressum
|
|
Erlöserkirche "Am Schüttel" Wien 2
Ein geistlicher Leitfaden durch die Kirche
Unser Gotteshaus ist
... eine Einladung für den, der ein wenig Ruhe sucht.
Dieses Haus ist offen für alle, die kommen, für
Gläubige und Ungläubige, Gesunde und Kranke, für
Glückliche und Unglückliche, für Menschen jeder
Hautfarbe und Nation. Dieses Gotteshaus unseres Jahrhunderts ist
bewußter Gegensatz zu Lärm und Berieselung. Gegensatz zur
Aufdringlichkeit der Informationen und der Werbung, die deine und meine
Sinne täglich in Beschlag nehmen. Deshalb haben wir Stadtmenschen
gelernt, abzuschalten, damit uns all die Eindrücke nicht
überwältigen. Hier muss ich mich nicht abschirmen. Hier kann
ich mich öffnen. Noch ist es laut in mir, meine Sorgen und
Pläne füllen mich aus, meine Erlebnisse zittern in mir nach.
Erst langsam werde ich ruhig.
... eine Einladung für den, der mehr als ein wenig Ruhe sucht.
Ich suche ein Du. Ich suche Größeres, als ich
selber bin. Ich will aussprechen können und gehört werden.
Dieses Größere nenne ich Gott, und an IHM will ich mich
sichern, denn ich will vertrauen können. Und ich suche Antwort auf
meine Frage: "Warum?" Ich suche Sinn.
... eine Einladung für den, der Sinn im Leben sucht.
Sinn erfahre ich durch meine Sinne. Dieses Haus gibt mir
behutsame Zeichen und Hilfen, wenn ich bereit bin, Holz, Glas, Beton
und Email in seinen Formen zu mir sprechen zu lassen. Dieses Haus kann
Hilfe sein zur Begegnung mit Gott.
Unser Gotteshaus trägt den Namen Erlöserkirche
Darum prägt die Kreuzesform dieses Haus. "Kreuz"- woran muss ich da denken?
Symbol von Angst und Not ... ich denke an Leid und Tod.
Symbol des Sieges ... ich denke an Auferstehung und Neuwerden.
Zeichen der Hoffnung, wie im Krieg das Rote Kreuz ... ich denke an Heilung, und Trost.
Zeichen der Begegnung, wie eine Straßenkreuzung ... Begegnung und
Aussöhnung zwischen mir und Gott, zwischen mir und dir.
Zeichen des Glaubens ... mein Rettungsanker, meine Freude.
Ist das Kreuz Zeichen des Todes oder Zeichen des Lebens?
Oder Schnittpunkt von beiden?
Vor allem ist es Zeichen der Liebe.
Maßloser Liebe des unbegreiflichen Gottes.
Die Türen
Schon in den Holzfeldern der Türen begegnet mir das Kreuz, die Andreaskreuze der Tore lassen mich ein.
Das Weihwasser
Im Vorraum finde ich zwei Becken mit geweihtem Wasser. Einen
Moment stehe ich still und schaue mein Leben an. Da ist manches in
Unordnung, und ich spüre meine Sehnsucht nach Klarheit und nach
einem neuen Anfang. Wasser löscht nicht nur den Durst, es reinigt
auch. Also zeichne ich mit Weihwasser ein Kreuz auf Stirn, Mund und
Brust - im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, -
wie es bei meiner Taufe geschehen ist, zum Zeichen, dass ich zu Gott
gehöre. Jetzt ist es auch Zeichen meiner Sehnsucht nach
Versöhnung mit Gott, mit den Menschen, mit mir selbst.
Das Christusbild
Im Raum zieht das einzige Bild, Christus, meinen Blick an. Der
Hintergrund, das Goldmosaik deutet mir: Gott selbst ist es, der da
für mich stirbt, gleichzeitig schimmert im Gold auch schon die
Herrlichkeit der Auferstehung durch. Christus ist wahrer Gott. aber
ebenso wirklich ist er als Mensch mein Bruder geworden. Weit sind seine
Arme geöffnet, so als wollte er mich umarmen, mich an sich ziehen.
"An dich habe ich gedacht, dass du glücklich wirst, das
möchte ich. Weine nicht über mich, denn ich liebe dich. Du
bist unendlich wertvoll, sonst hätte ich nicht mein Leben für
dich gegeben. Aber nicht du allein, auch dein Bruder, deine Schwester
sind liebenswert, siehst du es nicht? Sieh mich immer wieder an, dann
lernst du mit meinen Augen zu sehen, mit meinen Ohren zu hören und
mit meinem Herzen zu lieben."
Die Seitenwände
Nun betrachte ich die Seitenwände der Kirche. Sie sind
von Kreuzen durchbrochen, denn die Liebe dringt durch Mauern. Sie
durchbricht die Mauern des Schweigens, die Gefängnismauern des
Egoismus, sie ist stärker als alles Trennende, wie hoch wir es
auch aufgetürmt haben. Darum braucht unser Gotteshaus keine
Fenster, einzig durch die Glasziegel der Kreuzfelder dringt das Licht
herein. Wie auch die Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden nur dann
hell ist, nur dann Licht für die Welt, wenn in ihr Liebe zu
spüren ist.
Der Baustoff Beton
In unserer Kirche ist nichts verkleidet. Beton, der Baustoff unserer Zeit,
trägt das Haus, noch sieht man die Maserung der Schalungsbretter.
So möchte auch ich sein, mich nicht verkleiden und verstellen
müssen. Vor Gott darf ich sein, wie ich wirklich bin, auch mit
meinen rauhen, unschönen Seiten, mit all meinen Narben.
Die Apostelleuchter
Rechts und links an den Pfeilern sind Leuchter und Kreuze - es
sind zwölf - als Symbol der Apostel. Diese haben weitergegeben,
was sie empfangen haben. Durch ihre Lehre und ihr Zeugnis des Glaubens
sind sie die Säulen der Kirche geworden. Darum sind in jedem
Gotteshaus die Apostelleuchter zu finden. An diesen Stellen wurde die
Kirche bei der Weihe mit Chrisam, dem Öl der Könige, gesalbt.
Seither haben ungezählte Frauen und Männer durch ihr Leben
ihren Glauben bezeugt und weitergegeben. So ist der lebendige Glaube
bis zu mir gelangt. In meinem Leben ist verloren, was ich habe und
nicht weiterschenke, und sei es noch so wenig. Auch mein Glaube stirbt,
wenn ich nicht anderen davon gebe, denn ich habe nur, was ich einsetze.
Der Kreuzweg
Es braucht etwas Zeit, um an der linken Seite den Weg mit
Christus zu gehen, der zum Kreuz führt. Der Künstler hat
unseren Kreuzweg in einer seltenen Technik gestaltet, durch Verkleben
verschieden gefärbter Glaselemente. Augen, Antlitz und Hände
führen mich schmerzhaft nah an das Geheimnis des Leidens heran. Es
gibt eine Erklärung zu jedem Bild, das Wesentliche erfasse ich
aber nur mit dem Herzen.
Der Tabernakel
Der Kreuzweg führt zur Seitenkapelle mit dem Tabernakel.
Hier ist alles Gegenwart. Derselbe Christus, der in den Tod gegangen
ist, real und schmerzlich, lebt hier als der Auferstandene. Er, der
seine Gemeinde durch jeden Tag begleitet, ist im einfachen Brot - der
Nahrung der Armen - wirklich da. Immer sind einige Hostien im
Tabernakel, damit Kranken und Sterbenden jederzeit diese Speise
gereicht werden kann. Christus ist das Wertvollste für mich,
unbegreiflicher Gott und zugleich auch Mensch, mein Bruder, darum knie
ich hier nieder.
Das Ewige Licht
Das rote Öllämpchen , das "Ewige Licht", brennt in
dieser Seitenkapelle Tag und Nacht, denn es ist Zeichen der Nähe,
der bleibenden Liebe Gottes zu uns Menschen.
Die Schutzmantelmadonna
Hier ist auch Maria, seine und unsere Mutter. Vor zweitausend
Jahren hat sie ihn geboren, aber sie möchte Christus auch in mir
zum Vorschein bringen. Sie kann mir helfen ihm ähnlicher zu
werden. Hier ist sie als Schutzmantelmadonna dargestellt. Bei ihr
findet Hilfe und Geborgenheit, wer immer sich ihr anvertraut.
Die Opferlichter
Wenn ich hier ein Opferlicht anzünde, wird mein Gebet
sichtbar: Freude und Schmerz, Bitte und Dank, meine Sorge um andere,
eben alles, was ich vor Gott zur Sprache bringe. Könnte ich doch
auch wie eine Kerze sein, anderen Licht und Wärme geben, nicht
darauf achtend, dass ich mich dabei selbst aufzehre. Wenn auch ich in
wenigen Minuten die Kirche wieder verlasse, die Flamme der Kerze wird
noch eine Weile Zeichen meines Gebetes sein.
Die Osterkerze
Links vom Tabernakel steht die Osterkerze, Symbol für
Christus, das Licht der Welt. Darum wird sie auch in der Osternacht, da
Christus vom Tod erstanden ist, zum ersten Mal entzündet. Sie
trägt das A und das O, (den ersten und den letzten Buchstaben des
griechischen Alphabets )- wie das Altarbild - zum Zeichen, dass
Christus Anfang und Ende der Schöpfung ist, Ausgangs- und
Zielpunkt des Lebens.
Das Taufbecken
Auch bei jeder Taufe brennt die Osterkerze. Dann sagt der
Täufling seinen Wunsch (bei der Kindertaufe tun es die Eltern und
Paten für ihn):
"Ich möchte Christ werden und auch so leben. Ich
widersage dem Bösen, um in der Freiheit der Kinder Gottes leben zu
können", und er bekennt seinen Glauben an Gott den Vater, den Sohn
und den Geist.
Dann wird der Täufling mit dem Wasser aus dem Taufbecken
- es steht links im Altarraum - übergossen, und ist nun
neugeboren, als Christ. Dieser Durchgang durch das Wasser macht Tod und
Auferstehung an ihm deutlich. Das ist auch der Weg des Menschen: Durch
alle Dunkelheiten hindurch immer wieder aufstehen zum Leben, zuletzt
durch den Tod hindurch. Diesen Weg muss ich als Christ nicht allein
gehen. Wenn ich ehrlich suche, erkenne ich in Christus - unter Mithilfe
der Gemeinde - dass Gott mich ganz persönlich liebt, mir nahe ist.
Das macht mir Mut und hilft mir, meine Fähigkeiten zu entfalten,
meine Ängste zu überwinden, ich bleibe nicht in mir selbst
gefangen. So kann ich wachsen und frei werden, ich lerne Liebe
anzunehmen und selbst zu lieben. Nur das macht mich zutiefst froh.
Der Altar
Der Altar ist Mittelpunkt unserer Kirche, denn er ist Zentrum
des Lebens für die feiernde Gemeinde. Unser Altar ist ein
einfacher Tisch aus Stein. Unter der Altarplatte sind die Reliquien der
Heiligen Theodor und Valerie eingefügt. Sie erinnern mich an das
Lebensopfer dieser Menschen, das in ihrer Beziehung zu Christus wurzelt.
Dieser Tisch wird uns gedeckt, wenn wir mit dem Priester
gemeinsam die Heilige Messe feiern. Der Kommunionspender ruft mir zu:
"Das ist der Leib des Herrn!" "Amen", so antworte ich, das heißt:
"Ja, das glaube ich", und so kann ich essen vom Brot, das Christus
selber ist.
Die natürliche Nahrung erhält mich am Leben, wirkt
in mir, kann mich gesund oder krank machen. Dieses Brot ist Nahrung
für den ganzen Menschen, für Herz und Seele, all meine
geistigen Kräfte. Christus in uns bewirkt, dass aus Fremden,
Verstreuten, einander Gleichgültigen, schließlich Freunde,
ja Geschwister werden. Wenn ich mir das gar nicht wünsche, wenn
ich nicht leben will als Christ, dann ist es nutzlos und falsch von
diesem Brot zu essen.
Der Ambo
Links vor dem Altar steht der Ambo, das Lesepult. Das ist der
Ort der Verkündigung des Wortes. Hier werden Lesungen, Evangelium
und Predigt gesprochen. Dieser Platz ist hervorgehoben, erhöht,
denn ebenso wie der Altar ist der Ambo Ort der Begegnung mit Gott. Am
Altar begegne ich Gott im Brot, hier in seinem Wort, in der frohen, der
befreienden Botschaft.
Die Sessio
Rechts vom Altar ist die Sessio. In der Mitte ist der Platz
des Priesters, der die Feier der Liturgie leitet. Rechts und links
davon sind Sitze für den Diakon und den Ministranten, seine Helfer
beim Gottesdienst.
Die Orgel
Nun gehe ich an der rechten Seite wieder zurück. Ich
schaue zur Orgel hinauf. Mit ihrem vollen Klang begleitet sie unseren
Sonntagsgottesdienst. Sie macht mein Herz weit, sie animiert mich,
nicht stumm zu bleiben, sondern einzustimmen in das Lob Gottes.
Der Beichtstuhl
Heute bleibe ich vor dem Beichtstuhl stehen. Ich vergesse, was
ich bisher im Hinterkopf hatte über die Beichte: Meine Vorurteile,
meine Scheu, meine Zweifel, was das bringen soll. Ich schaue
hinüber zum Kreuzweg. Ich schaue Jesus an. Der Unterschied
zwischen seinem Tun und meinem, der ist gewaltig.
Da sind meine kläglichen Versuche mich vor mir selber, vor anderen, vor Gott zu rechtfertigen, meine Fassade aufzupolieren ... und er geht hin und stirbt für mich.
Da werde ich frei von Angst. Ich will es wagen, ich will
einfach sagen, was mich belastet. Ich fürchte mich nicht vor
Strafe, ich erwarte auch keine Belohnung, ... nein,
ich bin einfach fassungslos, einer solchen Liebe gegenüber. Jetzt
brauche ich meine Fassade nicht mehr. Mein Dasein genügt. Ich
werde geliebt, ich bin akzeptiert, so wie eben ich bin.
Ich bewundere die Werke großer Künstler. Wir
Menschen sind mehr, wir sind Gedanken des lebendigen, guten Gottes,
seine Werke. Auch ich.
In meinem Denken, Reden und Tun war das nicht zu merken. Das
reut mich. Nun bin ich bereit zu beichten. Vor Gott sage ich, was ich
wünschte, dass es nie geschehen wäre. Der Priester ist nur
Zuhörer. Durch den Dienst der Kirche sagt er mir im Namen Gottes
die Vergebung zu. Er nimmt damit einen Rucksack von meinen Schultern.
Auch zu mir sagt Jesus: "Geh, und sündige nicht mehr, tu
nicht mehr, was dir selber schadet und den anderen. Damit
zerstörst du unsere Beziehung", und fügt liebevoll hinzu:
"Ich bin mit dir, ich werde dir Kraft geben." Da wächst meine
Zuversicht, mein Herz wird froh. Diese Freude will ich weitergeben,
gutmachen, was falsch war und neu anfangen.
Die Josefskapelle
Ich gehe dem Ausgang zu, vorbei an der Türe zur Kapelle. Sie ist dem Hl. Josef, dem Arbeiter,
geweiht. Auf dem Wandteppich sind wichtige Ereignisse aus dem Leben
dieses bescheidenen Heiligen dargestellt. Die Kapelle lädt mich
ein, auch an Wochentagen in kleiner Gemeinschaft zu beten oder
Gottesdienst zu feiern.
Nun verlasse ich die Kirche. Mein Herz ist ruhig geworden.
Frohen Herzens trete ich ins Freie ... aber eins ist sicher, ich werde
wiederkommen.
Komm auch du !
Zur Geschichte unserer Pfarre
- Seit 1926 stand hier eine hölzerne Notkirche, die aus
einem ehemaligen Barackenlager für Kriegsverwundete in Favoriten
hierher gebracht wurde.
- Kardinal Piffl weihte am 26. November 1926 das Kirchlein dem "Allerheiligsten Erlöser".
- Am 1. Jänner 1946 wurde dieses Gebiet zur eigenen Pfarre "Am Schüttel" erhoben.
- Nach den Plänen von Prof. Dipl. Ing. Karl Raimund
Lorenz und Dipl. Ing. Oktavian Orba entstand 1961 - 1962 der jetzige
Neubau und wurde am 9. Dezember 1962 von Koadjutor Dr. Franz Jachym
geweiht.
Länge: 30 m, Breite 13,5 m, Innenhöhe 16,3 m
Ausführung als Stahlbeton - Skelettbau, gestützt auf zehn X-förmige Säulen.
Innenausstattung:
- Vorderwand: Naturstein aus St. Margareten
- Betonglasfenster von Prof. Max Hellmann
- Kreuzwegfenster in Glasklebetechnik von akad. Maler Prof. Franz Deed
- Altarbild: Emailkreuz von akad. Malerin Gertrude Stöhr
- Hintergrundmosaik aus div. glasüberzogenen Goldmosaiksteinen venezianischen Ursprungs (12. Jhdt) von Prof. Hermann Bauch
- Schutzmantelmadonna aus Zirbenholz von Prof. Paul Peschke (1964)
- Orgel: Fa. Novak, Klagenfurt (1973)
Josefskapelle (Wochentagskapelle):
- Wandteppich von Hermine Aichenegg - Rieger mit Bildern aus dem Leben des Hl. Josef (1988)
Freistehender Glockenturm in Campanile - Bauweise.
Glocken:
- "Polenglocke" Ton b² (1692)
- "Piusglocke" Ton e² (1956)
- "Josefsglocke" Ton cis² (1962)
- "Effataglocke" Ton a (1992)
Im Oktober 1965 wurde schließlich auch das Pfarrhaus seiner Bestimung übergeben.
Text: Brigitte Dörner; Zusammenstellung: Wolfgang Kaes
|